Ein Besuch im Filmstudio
- 5. Feb. 2017
- 4 Min. Lesezeit

Hallo Leute,
heute gibt's noch mal kurz etwas zum Thema Kino.
Zunächst kurz zum obigen Foto: es wurde im Filmstudio Glückauf in Essen aufgenommen. Dieses Kino gehört mit noch ein paar anderen zu den wenigen noch erhaltenen unabhängigen Kinos. Ihr wisst schon: die Kinos, die auch diejenigen Filme zeigen, für die die großen Multiplexe keine Zeit und keine freien Kinosäle mehr haben, weil sie möglicherweise nicht die Massen anziehen, weil sie nicht Star Wars heißen oder nicht Vin Diesel mitspielt.
Was das Filmstudio auszeichnet, ist vor allem die wunderschöne historische Einrichtung vor allem des Foyers. Eigentlich hatte ich Euch hier ein paar Fotos zeigen wollen, aber als der Kartenverkäufer sah, wie ich Fotos (mit dem iPhone) machte, bat er mich, damit aufzuhören, weil Fotografieren in diesem Kino verboten ist. Es gab wohl viele Leute, die diese hübsche alte Einrichtung fotografieren wollten und es auch getan haben, bis mal irgendjemand eine oder mehrere dieser Aufnahmen ohne Genehmigung für gewerbliche Zwecke verwendet hat. Bzw. es versucht hat. Seitdem ist das mit dem Foto machen vorbei. Aber dieses eine Bild, das erste was ich gemacht hatte, gibt nicht wirklich viel preis, deshalb traue ich mich jetzt einfach mal, es trotzdem einzustellen. Zumindest in Teilen kann man das typische 50er Jahre Design erkennen an den Stühlen und dem Nierentisch. Auch wenn ich selbst jetzt nicht unbedingt ein Fan von 50er Jahre Design bin, ist doch die gesamte Einrichtung mit ihrer Liebe zum Detail sehr hübsch anzusehen. Es verleiht diesem kleinen Kino mit nur einem Vorführraum eine wirklich tolle Athmosphäre.
Wer mehr sehen möchte, der klicke bitte auf obigen Link zur Kino-Webseite, dort gibt's mehr Fotos.
Einziger Nachteil dieser schönen alten Kinos: die Stühle sind wirklich auf Dauer nicht sehr bequem. Vor allem, wenn man gleich zwei Filme hintereinander sieht, was an diesem Tag der Fall war. Denn wieder einmal haben die Verantwortlichen des CinemaxX es nicht geschafft, einen Film zu zeigen, der ebenfalls im Rennen um die Oscars sein wird (jedenfalls was seine Hauptdarstellerin betrifft), und zwar Jackie. Gemeint ist Jaqueline Kennedy, Frau des ermordeten Presidenten der USA, John F. Kennedy, ehemalige First Lady.
Jackie wird gespielt von Natalie Portman, die ja bereits im Jahre 2010 einen Oscar für ihre brillante Darstellung einer Ballett-Tänzerin im Film "Black Swan" gewann.
Jackie beleuchtet allerdings nicht Jackie Kennedy's ganzes Leben sondern nur einen bestimmten Zeitraum, nämlich die Zeit um die Ermordung des Präsidenten. Portman hat hierfür ihre jetzt insgesamt dritte Oscar-Nominierung bekommen (der Film selbst wurde nicht nominiert).
Was ich bisher an Rezessionen lesen konnte, war überwiegend positiv bis überschwänglich. Ich kann mich der Mehrheit aber leider nicht anschließen. Das was so viele rühmen, nämlich die Arbeit des Regisseurs, kann ich nicht nachvollziehen. Der Film lebte zum Teil von extrem vielen Großaufnahmen von Portman's/Jackie's Gesicht, was mir nach einer Weile total auf den Nerv gegangen ist und was ich irgendwie ablenkend fand. Ich hatte das Gefühl, man wollte uns das gesamte Leid, was diese Frau durchgemacht hat, mit aller Gewalt nahebringen. Was mich betrifft, ist das nicht geglückt. Viele fanden den Film berührend. Mich hat er völlig kalt gelassen. Mir ist die Person Jackie Kennedy keinen Deut nähergekommen. Der - wie ich fand - sehr aufdringliche Soundtrack hat sein Übriges getan, um mir das ganze etwas zu verleiden. Ebenfalls etwas, worüber sich viele Zuschauer sehr positiv geäußert haben.
Wieder einmal interessant, wie viele Leute das Selbe sehen und es doch nicht die gleiche Wirkung hat. Natalie Portman hat hervorragend gespielt. Ihr laste ich nicht an, dass mir der Film nicht gefallen hat. Ob ich denke, sie hätte dafür den Oscar verdient, möchte ich noch nicht beurteilen, da ich die Filme der anderen Kandidatinnen noch nicht alle gesehen habe. Eine Empfehlung, den Film Jackie zu sehen, kann ich hier jedenfalls leider nicht abgeben. Den Trailer gibt's hier natürlich trotzdem. Und im Anschluss gibt's eine Abhandlung über Film #2.
Film #2 war eigentlich Film #1 an diesem Tag und er hieß Personal Shopper, ein Film des französischen Regisseurs Olivier Assayas, mit dem Kristen Stewart, die Hauptdarstellerin in Personal Shopper, bereits für den Fim Die Wolken von Sils Maria zusammengearbeitet hat, für den sie den französischen Oscar, also den César, gewonnen hat.
Kristen spielt Maureen, eine Amerikanerin, die in Paris als sogenannter Personal Shopper für eine reiche Berühmtheit arbeitet. Sie hasst den Job, aber sie bestreitet nun mal ihren Lebensunterhalt damit.
Außerdem hat Maureen erst vor wenigen Monaten ihren Zwillingsbruder verloren, der ein angeborenes Herzleiden hatte (eines, was sie ebenfalls hat). Damals hatten die beiden sich geschworen, wenn einer von ihnen zuerst stirbt, dem jeweils anderen ein Zeichen aus dem Jenseits zu geben. Maureen ist fest davon überzeugt, dass sie ein Medium ist und Kontakt mit Toten aufnehmen kann.
Leider fand ich die Story etwas halt- und ziellos... es gab irgendwie keinen roten Faden, und anscheinend ging es dem Regisseur auch weniger darum, eine Geschichte klassisch von A-Z zu erklären. Vielmehr geht es wohl um Maureen's inneren Konflikte, ihre Zerissenheit, ihr Seelenleben und darum, ob sie nun tatsächlich ein Medium ist, oder sich das vielleicht nur alles einbildet? Die SMS-Korrespondenz mit dem anonymen Schreiber (bzw. dem möglichen Geist, man weiß es nicht so genau) zieht sich über 20 lange Minuten hin... bisschen lang für meinen Geschmack. Die große "Auflösung" zum Schluss war dann doch extrem stark vorhersehbar, fand ich jedenfalls, und insgesamt hat der Film mich nicht vom Hocker gerissen.
Was mich außerdem immer wieder erstaunt, sind all die Leute, die finden, Kristen Stewart ist eine gute Schauspielerin. Hatte ich Anfangs, nach dem ganzen Twilight-Hype, mal große Hoffnungen für sie, schwindet diese mit jedem weiteren Film den ich mit ihr sehe. Und es ist nicht so, dass ich zu der Gruppe Leuten gehöre, die aus Prinzip auf sie einprügelt. Überhaupt nicht. Aber entweder bin ich es, die einfach unfähig ist zu sehen, dass sie ihren Rollen immer wieder Tiefe verleiht, oder aber...
Ich weiß es auch nicht. Fakt ist: sie erscheint für mich in jedem Film irgendwie gleich. Immer der gleiche kettenrauchende, burschikose Typ mit den immer wieder gleichen Attitüden, Gesichtsausdrücken, dem immer gleichen Augenklimpern, Lippenbeißen und was weiß ich. Es gelingt mir nicht, die Schauspielerin dahinter zu sehen, für mich kommt sie immer rüber, als würde sie leicht abgewandelte Versionen von sich selbst darstellen. Aber vielleicht liegt das ja auch an mir.
Jedenfalls, was den Film betrifft, ich habe schon Schlimmeres gesehen, aber vom Hocker gerissen hat er mich nicht.
In diesem Sinne, bis demnächst! Heidi xo
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